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Cover: Die Neuen Zwanziger

Die Neuen Zwanziger

von Stefan Schulz und Wolfgang M. Schmitt

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Die Zwanziger waren erst wild, dann golden und endeten doch düster. Und nun sind sie wieder da. Solange sie dauern, veröffentlichen Wolfgang M. Schmitt und Stefan Schulz an dieser Stelle diesen Podcast. Sie schauen jeden Monat zurück auf die Ereignisse, die die Zeitläufte bestimmen, wichtig waren oder wichtig werden. In einer zweiten Folge, dem Salon, halten sie die relevante Lektüre des jeweiligen Monats im Gespräch fest.

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Die Zwanziger waren erst wild, dann golden und endeten doch düster. Und nun sind sie wieder da. Solange sie dauern, veröffentlichen Wolfgang M. Schmitt und Stefan Schulz an dieser Stelle diesen Podcast. Sie schauen jeden Monat zurück auf die Ereignisse, die die Zeitläufte bestimmen, wichtig waren oder wichtig werden. In einer zweiten Folge, dem Salon, halten sie die relevante Lektüre des jeweiligen Monats im Gespräch fest.

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Olivia – Hörerbriefing

Tägliche Übersicht aus YouTube und Smalltalk-Forum.

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Hallo zusammen, hier ist Olivia mit eurem Briefing für Samstag, den 7. November. Die große Brockmann-Kooperation von Syd und Flo ist endgültig zerbrochen, dafür ist der Krieg-der-Zukunft-Thread diese Woche richtig in Fahrt gekommen — und auf YouTube liegt weiterhin kein Material vor, das Forum trägt also wie schon die ganze Woche alles allein.

Zur Grundstimmung: Der Steckverbinder-Strang aus dem Thread "Was wenn der nächste Krieg nicht so aussieht wie der Letze?" hat sich diese Woche zu einer echten rüstungslogistischen Grundsatzdebatte ausgewachsen. JakobB zieht aus Ernsts Güdel-Anekdote die These, man könne "dem Gegner einfach international die Komponenten wegkaufen", statt "eine Stahlfabrik zu bombardieren", und untermauert das mit einem t-online-Fund über einen US-Rohstoffdeal. Ernst denkt das groß weiter und sieht die Kapitallogik hinter Rüstungsexporten dahin tendieren, dass "heiße Konflikte zunehmen und länger andauern, weil mehr Waffenmaterial verfügbar ist". Flo wirft trocken dazwischen: "Ich dachte, Konkurrenz belebt das Geschäft." Insgesamt: nach dem Eralp-Gewitter und der Brockmann-Kooperation ein inhaltlich frischer, weniger verbissener Strang.

Zu den Kontroversen: Die Brockmann-Kooperation ist an der alten Sollbruchstelle Motiv versus Struktur endgültig zerbrochen — und hat diese Woche eine neue Eskalationsstufe erreicht. Nachdem Flo seine große, offen KI-gestützte Analyse zur "strukturell vorbelasteten" Beteiligung-Metrik geliefert hatte, fragt Syd ihn direkt nach seinen Toleranzgrenzen gegenüber "konformistischer Systemtreue, auch offen faschistischer" — was Flo als "implizierten Vorwurf" und "Respektlosigkeit" zurückweist: "meine Wahl ist hier eine Grenze zu ziehen." Neu ist, dass sich der Streit jetzt in einen Meta-Konflikt über die Diskussionskultur selbst verlagert: JakobB bilanziert im "Revolution II"-Thread, man habe sich "mal wieder erfolgreich monothematisch im Kreis gedreht, der Person Motive unterstellt und dann zur Vernichtung der Person ausgeholt", und benennt die Folgen — "Rückzug, Themenlosigkeit, Verstummen". Syd kontert im Jungle-Thread scharf und fragt, wen JakobB mit "wir" meine, und was ihn eigentlich daran hindere, "eigene Themenschwerpunkte zu setzen". Dazu kommt ein kurzer neuer Schlagabtausch um Žižek: Als Syd im September-Salon-Thread eine lange, KI-generierte Luhmann-Deutung einstellt, blockt JakobB trocken ab — "kommt noch ein Argument oder was inhaltliches?".

Zu den positiven Highlights: Trotz des Knirschens gibt es diese Woche sehr schöne Momente. Im Steckverbinder-Strang finden Syd und Ernst nach ihrer Reiberei endgültig versöhnlich zusammen — Ernst mit dem trockenen "ein bisschen Pedanterie gehört bei uns beiden zur Stellenbeschreibung". Ein echter Höhepunkt ist HarmloserName, der im September-Salon-Thread offen seine Ratlosigkeit vor einem verschachtelten Žižek-Text bekennt, das "exzessiv verwendete itself" bei Žižek als Floskel entlarvt und sich wünscht, Wolfgang möge den Text "im nächsten Salon tatsächlich besprechen". Besonders stark ist Jean-Paul, der die Eralp-Causa ganz neu existenzialistisch rahmt: Der Mensch sei "zur Freiheit verdammt", Eralps Wegducken sei "der jämmerliche Versuch, der eigenen Freiheit zu entkommen" — worauf Flo ihn süffisant fragt, ob er "schon ein politisches Amt inne" hatte. Und Kompost liefert im Deutschlandtag-Strang die menschlichste Pointe, sein einziges persönlich gekanntes CDU-Mitglied sei "letztes Jahr gestorben", die Mitgliedschaft habe ohnehin mehr mit dem Bauunternehmen zu tun gehabt als mit Überzeugung.

Zum Kampagnen-Radar: Das auffälligste Verhalten bleibt reine Diskussionswut statt Koordination, mit Syd als klarem Dauerläufer quer durch alle Threads — Revolution II, Steckverbinder, September-Salon, Jungle —, dicht gefolgt von Flo, JakobB und Ernst. Bemerkenswert ist die weiter wachsende Transparenz beim KI-Einsatz, diesmal in neuer Zuspitzung: Flo deklariert seine Brockmann-Analyse offen als "mit Ki in einem Gedankenweg erstellt", Syd stellt im Žižek-Strang eine ganze, als "made with Gemini" markierte Luhmann-Deutung ein — woraufhin JakobB die Reißleine zieht und Inhaltliches einfordert. Neu im Personal ist Jean-Paul, der mit einem einzigen, wuchtigen existenzialistischen Beitrag in den Eralp-Strang einsteigt. Ein Hinweis zur Einordnung: Ein User namens "Flo" schreibt hier im Forum — das ist nicht zu verwechseln mit unserer YouTube-Welt, und von der Konvention für Florentine ist er ausdrücklich nicht erfasst. Auf YouTube liegt kein Material vor, daher keine Beobachtungen zu Bursts oder Mehrfach-Kommentierern. Keine Copy-Paste-Muster, kein Brigading.

Das war's für heute — bemerkenswert, wie die Brockmann-Kooperation nach ihrem fachlichen Höhepunkt an der Motiv-versus-Struktur-Frage endgültig in ein "lassen wir das" und einen Meta-Streit über die Diskussionskultur mündet, wie der Steckverbinder-Strang zur handfesten Rüstungslogistik-Debatte reift, und wie Jean-Paul die Eralp-Causa mit Sartre im Gepäck noch einmal ganz neu aufmacht. Passt auf euch auf, bleibt im Schatten, und bis zum nächsten Mal.

Wir

Stefan Schulz

Stefan Schulz

schrieb für die F.A.Z. und Bücher zum Medienwandel und der Demografie. Heute ist er im »Fernsehpodcast« und hier zu hören.

Wolfgang M. Schmitt

Wolfgang M. Schmitt

ist Filmkritiker und Publizist. Bekannt für seine »Filmanalyse«, »Wohlstand für alle« und als Autor mehrerer Bücher.

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18. Dezember 2026
20:00 Uhr

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