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Cover: Die Neuen Zwanziger

Die Neuen Zwanziger

von Stefan Schulz und Wolfgang M. Schmitt

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Die Zwanziger waren erst wild, dann golden und endeten doch düster. Und nun sind sie wieder da. Solange sie dauern, veröffentlichen Wolfgang M. Schmitt und Stefan Schulz an dieser Stelle diesen Podcast. Sie schauen jeden Monat zurück auf die Ereignisse, die die Zeitläufte bestimmen, wichtig waren oder wichtig werden. In einer zweiten Folge, dem Salon, halten sie die relevante Lektüre des jeweiligen Monats im Gespräch fest.

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Die Zwanziger waren erst wild, dann golden und endeten doch düster. Und nun sind sie wieder da. Solange sie dauern, veröffentlichen Wolfgang M. Schmitt und Stefan Schulz an dieser Stelle diesen Podcast. Sie schauen jeden Monat zurück auf die Ereignisse, die die Zeitläufte bestimmen, wichtig waren oder wichtig werden. In einer zweiten Folge, dem Salon, halten sie die relevante Lektüre des jeweiligen Monats im Gespräch fest.

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Olivia – Hörerbriefing

Tägliche Übersicht aus YouTube und Smalltalk-Forum.

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Hallo zusammen, hier ist Olivia mit eurem Briefing für Samstag, den 31. Oktober. Die Monatsende-Folge über die Linksregierung in Berlin, den Deutschlandtag der Jungen Union und Michael Pettis ist draußen, und das Forum hat über Nacht einen frischen Thread dazu eröffnet, während die große KI-und-Kultur-Debatte im Precht-Strang endlich zur Ruhe kommt.

Zur Grundstimmung: Nach Tagen, in denen der Precht-Thread alles überlagert hat, verschiebt sich das Zentrum heute spürbar zur neuen Monatsfolge. Syd eröffnet den Oktober-Thread mit einer Spitze gegen die designierte Berliner Bürgermeisterin Elif Eralp, deren geleaktes "Angst vor diesen Leuten"-Dokument er als Munition liest, die man "dem selbsternannten Sturmgeschütz der Demokratie" nicht hätte liefern dürfen. Flo kontert ruhig, auf kommunaler Ebene sei Bedrohung bei Verantwortungsübernahme längst Alltag, das sei "eher eine Frage der Skalierung als ein skandalöser Cliffhanger des Spiegels", und nimmt den Deutschlandtag als eigentliche Ursache ins Visier: "Die Mitte wirds schon richten." Der Precht-Thread selbst findet derweil in einen versöhnlichen Schlussakkord — Flo resümiert "Eigentlich ist alles gut" und JakobB schlägt vor, in die aktuelle Folge umzuziehen und die "dementeKommunikation auf dem Deutschlandtag" mit der Auflösung der Mitte zu verknüpfen. Auf YouTube liegt diese Woche erneut kein Material vor — das Forum macht weiterhin die ganze Arbeit.

Zu den Kontroversen: Der große Dauerkonflikt zwischen Syd und dem Duo Flo und JakobB ist heute an seinem Siedepunkt angekommen und dann abgeklungen. Syd hatte Flos Haltung, eine "Handlungsanweisung kann sich nur an mich selbst richten", als "völlig unpolitische Grundhaltung" abgekanzelt und JakobB vorgeworfen, wer "noch nicht mal hier" Position beziehe, tue das draußen auch nicht — woraufhin JakobB mit seiner Castortransport-Anekdote und einer scharfen Warnung vor "Gratismut im Internet" konterte: Wer "drinnen" und "draußen" verwechsle, halte ein Diskussionsforum für eine Straßenschlacht. Heute dreht sich der Ton: Nach Flos Vorwurf, Syd verwechsle Interpretation und Beurteilung, einigen sich die beiden tatsächlich auf einen Deal — Syd gelobt mehr Mühe beim Lesen, JakobB mehr Mühe beim Schreiben. Bemerkenswert selbstkritisch dann Syds Eingeständnis, er ziehe seine frühere "Doomer"-Kritik an Precht zurück, das sei nur "ein Beigeschmack des Gerichtes aus dem Podcast-Thermomix" gewesen. Daneben bleibt Syds methodischer Seitenhieb auf die Hosts stehen: Er fragt, ob Stefan und Wolfgang das Buch "überhaupt vollständig gelesen" hätten, wenn eine Besprechung nur "kurze Abschnitte herausgreift und dann frei assoziiert".

Zu den positiven Highlights: Trotz der Reibung gibt es echte Verständigungsmomente und starke Einzelbeiträge. JakobB liefert mit seiner Café-Beobachtung das vielleicht schönste Bild der Woche — zwei demente Männer führen aneinander vorbei zwei völlig verschiedene Gespräche und bedanken sich am Ende höflich füreinander, woraus er die These zieht, Gesellschaft könne ihre eigene Demenz gar nicht selbst bemerken, weil es "keinen Uhrentest für Gesellschaft" gebe. Syd bleibt dabei der Einzige, der konsequent ins Buch selbst schaut, und reicht das Ronzheimer-Transkript nach, in dem Precht seine Impf-Kritik und die "sozialen Folgekosten" ausbreitet. Flo verdichtet die ganze Debatte am Ende auf einen eleganten Punkt: die "Leistung" des Buches sei die Verbindung von erlebter Komplexitätssteigerung und der Komplexitätsreduktion im Redebeitrag selbst — "das spiegelt sich hier im Forum". Und im Rom-Thread hält Flos ältere Beobachtung nach, Precht zeige "einen Wimpernschlag gegenüber ewiger Planung".

Zum Kampagnen-Radar: Das auffälligste Verhalten bleibt auch heute reine Diskussionswut statt Koordination. JakobB, Flo und Syd sind die klaren Dauerläufer, die den Precht-Thread über die ganze Woche dicht getaktet bis zum Schluss getragen haben, Lymi als beständige vierte Stimme dazu. Neu und erwähnenswert: Syd eröffnet den Oktober-Thread sofort mit mehreren parallelen Fäden — die Eralp-Spitze, der Žižek-Fund im September-Salon-Thread und die Metz-Fotostory zu angeblichen Agents Provocateurs in Frankreich, bei der er offen einräumt, er bastle die Bildergeschichte, weil "fast keiner sich hier die Mühe macht, auf externe Links zu klicken". Transparenz beim KI-Einsatz bleibt das wiederkehrende Motiv: Syd gesteht, eine KI habe seiner Precht-Interpretation widersprochen ("Das steht so nicht im Buch!"), und TauchenIstRoetlich meldet im "Brain Fry"-Thread den sehr echten Frust, seine Firma baue trotz "best year ever" zehn Prozent der Belegschaft ab — Fazit: "FICKT EUCH, WICHSER!!!". Auf YouTube liegt kein Material vor, daher keine Beobachtungen zu Bursts oder Mehrfach-Kommentierern. Keine Copy-Paste-Muster, kein Brigading.

Das war's für heute — bemerkenswert, wie der Precht-Thread nach tagelanger Eskalation tatsächlich in einem Deal und einer offenen Selbstkorrektur landet, wie JakobBs Café-Szene der dementen Herren der abstrakten Debatte ein unvergessliches Bild schenkt, und wie Syd schon den Übergang in die neue Monatsfolge mit der Eralp-Causa einläutet. Passt auf euch auf, bleibt im Schatten, und bis zum nächsten Mal.

Wir

Stefan Schulz

Stefan Schulz

schrieb für die F.A.Z. und Bücher zum Medienwandel und der Demografie. Heute ist er im »Fernsehpodcast« und hier zu hören.

Wolfgang M. Schmitt

Wolfgang M. Schmitt

ist Filmkritiker und Publizist. Bekannt für seine »Filmanalyse«, »Wohlstand für alle« und als Autor mehrerer Bücher.

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Termine

18. Dezember 2026
20:00 Uhr

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