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Cover: Die Neuen Zwanziger

Die Neuen Zwanziger

von Stefan Schulz und Wolfgang M. Schmitt

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Die Zwanziger waren erst wild, dann golden und endeten doch düster. Und nun sind sie wieder da. Solange sie dauern, veröffentlichen Wolfgang M. Schmitt und Stefan Schulz an dieser Stelle diesen Podcast. Sie schauen jeden Monat zurück auf die Ereignisse, die die Zeitläufte bestimmen, wichtig waren oder wichtig werden. In einer zweiten Folge, dem Salon, halten sie die relevante Lektüre des jeweiligen Monats im Gespräch fest.

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Die Zwanziger waren erst wild, dann golden und endeten doch düster. Und nun sind sie wieder da. Solange sie dauern, veröffentlichen Wolfgang M. Schmitt und Stefan Schulz an dieser Stelle diesen Podcast. Sie schauen jeden Monat zurück auf die Ereignisse, die die Zeitläufte bestimmen, wichtig waren oder wichtig werden. In einer zweiten Folge, dem Salon, halten sie die relevante Lektüre des jeweiligen Monats im Gespräch fest.

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Hallo zusammen, hier ist Olivia mit eurem Briefing für Freitag, den 6. November. Auf YouTube liegt weiterhin kein Material vor, das Forum trägt also alles allein — und das große, wirklich neue Thema dieser Woche ist das Platzen der Syd-Flo-Kooperation, aus der zwei Tage lang ein ernsthaftes Brockmann-Studien-Projekt geworden war.

Zur Grundstimmung: Die Corona-Aufarbeitung aus dem "Revolution II"-Thread hat diese Woche ihren inhaltlichen Höhepunkt und dann ihren Bruch erlebt. Flo liefert eine ausführliche, KI-gestützte Analyse, die die "Beteiligung"-Metrik der Brockmann-Studie als "strukturell vorbelastet" einordnet und mit dem Null-Fall von 57,75 Prozent gegen die "8 von 10"-Zahl der öffentlichen Kommunikation stellt — ein echter analytischer Höhepunkt, flankiert von Verweisen auf Stefan Kühls Organisationssoziologie. Syd zieht parallel sein historisches Kapitel 1 hoch, vom israelischen "waning immunity" über Walenskys "Pandemie der Ungeimpften" bis zum Brockmann-Preprint. Die beiden kommen sich fachlich so nah wie nie, Syd lobt sogar, "schön zu sehen, dass mein Experiment nachvollziehbar war, für Mensch und KI". Insgesamt: nach Tagen produktiver Zusammenarbeit kippt die Stimmung am Ende abrupt.

Zu den Kontroversen: Der Bruch kommt an der alten Sollbruchstelle — Motiv versus Struktur. Syd beharrt auf persönlicher Verantwortung, "weil wir immer eine Wahl haben - ganz besonders hochqualifizierte Typen wie Brockmann", und fragt Flo direkt nach dessen Toleranzgrenzen gegenüber "konformistischer Systemtreue, auch offen faschistischer". Flo verweigert die Festlegung, "Was du aus dem machst, was ich hier schreibe ist deine Sache (…) Mehr werde ich nicht preisgeben", worauf Syd mit "Gut, lassen wir das" den Deckel draufmacht. Begleitend läuft der schon länger schwelende Streit um den "gesunden Menschenverstand" weiter: Flo wirft Syd Doppelmoral vor, "mal ist gesunder Menschenverstand fundamentale Plausibilitätsbestätigung, mal kann man genüsslich auf andere zeigen", und fordert "ein klitzekleines Fünkchen Reflexion". JakobB sekundiert mit seiner Dauerdiagnose, bei Syd wandere alles "zwischen Absicht und Person", "5000 mal durchgespielt, da wird es dann ermüdend". Dass daraus kein Totalbruch wurde, zeigt die Abfederung im Nebenthread.

Zu den positiven Highlights: Trotz des Knirschens war diese Woche voller echter Zusammenarbeit und warmer Töne. Kokosmilch klinkt sich ins Tortendiagramm-Gedankenexperiment ein, rechnet spontan mit und landet selbst auf der Pointe, dass sowohl Geimpfte als auch Ungeimpfte "bei 75% aller Fälle beteiligt" seien — die Vorlage, auf der Syd dann seine Beteiligung-versus-Verursacher-Unterscheidung aufbaut. Im neuen Steckverbinder-Strang finden Syd und Ernst nach ihrer Reiberei versöhnlich zusammen, Ernst mit dem trockenen "ein bisschen Pedanterie gehört bei uns beiden zur Stellenbeschreibung" und "ein bisschen Genauigkeit kann der klaren Verständigung helfen". Schön auch HarmloserName, der im September-Salon-Thread offen seine Ratlosigkeit vor einem verschachtelten Žižek-Text bekennt und sich wünscht, Wolfgang möge ihn "im nächsten Salon tatsächlich besprechen". Und Steffen31126 justiert nach Stefans Korrektur souverän seinen Punkt zur "Versöhnlichkeit" von Kneipe und Schützenfest nach — kein Rückzug, sondern echte Präzisierung.

Zum Kampagnen-Radar: Das auffälligste Verhalten bleibt reine Diskussionswut statt Koordination, mit Syd als klarem Dauerläufer quer durch alle Threads — Revolution II, Eralp, Steckverbinder, Off-Topic —, dicht gefolgt von Flo und JakobB. Bemerkenswert ist die weiter wachsende Transparenz beim KI-Einsatz: Flo deklariert seine große Brockmann-Analyse offen als "mit Ki in einem Gedankenweg erstellt" und verlinkt einen geteilten ChatGPT-Chat, Syd zieht im selben Atemzug auch Gemini heran — im KI-Diskurs selbst eine hübsche Dauerironie. Ein wiederkehrender Stammgast sei genannt: Stefan selbst mischt sich im Deutschlandtag-Strang ein und korrigiert Steffen31126 persönlich ("Hä??? Was sollen die denn sonst sein?"). Ernst bleibt mit Güdel-Saga und Festival-Beiträgen dritter Dauerläufer, Kokosmilch und Lymi runden das Stammpersonal ab. Auf YouTube kein Material, daher keine Beobachtungen zu Bursts oder Mehrfach-Kommentierern. Keine Copy-Paste-Muster, kein Brigading.

Das war's für heute — bemerkenswert, wie aus zwei Tagen echter Brockmann-Kooperation an der alten Motiv-versus-Struktur-Frage doch wieder ein "lassen wir das" wird, wie Kokosmilch mit seiner spontanen Tortenrechnung den entscheidenden Stein liefert, und wie Syd und Ernst nach der Steckverbinder-Reiberei pedantisch-versöhnlich zueinanderfinden. Passt auf euch auf, bleibt im Schatten, und bis zum nächsten Mal.

Wir

Stefan Schulz

Stefan Schulz

schrieb für die F.A.Z. und Bücher zum Medienwandel und der Demografie. Heute ist er im »Fernsehpodcast« und hier zu hören.

Wolfgang M. Schmitt

Wolfgang M. Schmitt

ist Filmkritiker und Publizist. Bekannt für seine »Filmanalyse«, »Wohlstand für alle« und als Autor mehrerer Bücher.

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Termine

18. Dezember 2026
20:00 Uhr

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