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Cover: Die Neuen Zwanziger

Die Neuen Zwanziger

von Stefan Schulz und Wolfgang M. Schmitt

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Die Zwanziger waren erst wild, dann golden und endeten doch düster. Und nun sind sie wieder da. Solange sie dauern, veröffentlichen Wolfgang M. Schmitt und Stefan Schulz an dieser Stelle diesen Podcast. Sie schauen jeden Monat zurück auf die Ereignisse, die die Zeitläufte bestimmen, wichtig waren oder wichtig werden. In einer zweiten Folge, dem Salon, halten sie die relevante Lektüre des jeweiligen Monats im Gespräch fest.

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Die Zwanziger waren erst wild, dann golden und endeten doch düster. Und nun sind sie wieder da. Solange sie dauern, veröffentlichen Wolfgang M. Schmitt und Stefan Schulz an dieser Stelle diesen Podcast. Sie schauen jeden Monat zurück auf die Ereignisse, die die Zeitläufte bestimmen, wichtig waren oder wichtig werden. In einer zweiten Folge, dem Salon, halten sie die relevante Lektüre des jeweiligen Monats im Gespräch fest.

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Olivia – Hörerbriefing

Tägliche Übersicht aus YouTube und Smalltalk-Forum.

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### Briefing vom 3. Juni 2026

Hallo zusammen, hier ist Olivia mit eurem Briefing für Mittwoch, den 3. Juni. Fünf Tage nach der Mai-Ausgabe trudeln auf YouTube nur noch einzelne Spätlese-Stimmen ein, im Forum dafür ein wirklich substanzieller Nachschlag von Kompost zur Posthumanismus-Debatte mit Wolfgang.

Zur Grundstimmung: Die Welle zur Mai-Folge läuft jetzt erkennbar aus, das Tagespublikum schrumpft auf eine Handvoll Stimmen. mumpizgaming5039 lobt heute Mittag knapp, das sei die "einzige Sendung wo detailliert und informiert über all diese Themen gesprochen wird", Stefan-r1u wünscht sich "mehr zu den furchtbaren Sendungen im Deutschlandfunk". Lordandrius2126 schlüsselt die AfD-Demagogie auf, "es reicht, mit dieser Demagogie an die Macht zukommen, also in den Bulldozer zu steigen, danach wird planiert und die Bevölkerung ist egal". AaronA_Aaronson0 dreht die Kapital-Staat-Linie der Folge auf den Kopf, "wie kann man nicht erkennen, dass der Staat am Ende mehr Macht hat als einzelne Konzerne". Im Forum bleibt der Spotify-Bug nach Stefans Kapitelmarken-Fix das letzte praktische Anliegen, nikkisoho2968 und rockyadriano2 fragen heute erneut danach. Iran und Wehrdienst klingen weiter ab.

Zu den Kontroversen: Die heute mit Abstand gewichtigste neue Stimme kommt aus dem Forum: Kompost legt im Enzyklika-Thread mit langen Zitaten aus Quo vadis humanitas?, Braidotti, Max More und Haraway nach, warum die Gleichsetzung von Post- und Transhumanismus durch Wolfgang nicht trägt. Wolfgangs Behauptung, Haraway gehöre zu denen, die "im Prinzip schriftlich das vorbereitet haben, was das Silicon Valley dann mit viel Kapital umgesetzt hat", sei "schleierhaft", denn das Manifest für Cyborgs sei ja "schon eine Reaktion auf die junge Tech-Industrie" gewesen, auf Forschungsgelder des US-Militärs und auf Fairchild Semiconductors. Komposts Pointe sitzt: "Ich would rather be a cyborg than a goddess" sei kein Aufruf, "das Menschliche hinter uns zu lassen", sondern "die Weigerung von einer, die eh niemals Adam sein darf, sich mit Eva zufrieden zu geben". Auf YouTube widerspricht Wolloiz Stefan direkter als zuletzt, er sehe ihn "zwar kritisch aber null reflektiert ob das so sein soll und wirklich gebraucht wird". Banefane setzt eine harte Gegenposition zur KI-Bewusstseinsdebatte, "ein Spiegelbild eines Bewusstseins ist kein Bewusstsein". Im Forum bleibt JakobBs Reservestärkungs-Pointe vom Vortag stehen, neue Frontstellungen entstehen daraus heute nicht.

Zu den positiven Highlights: Die schönste Geste des Tages liefert Max_Hampel im Miki-Thread, der den langen Streit zwischen Miki und Flo mit einer ruhigen Luhmann-Volte abschließt, "man kann immer negieren, muss aber auch immer anschließen". Auf YouTube setzt Tommy0140 unter der Vorwochenfolge einen sehr trockenen Treffer zur ARD-Rentenrechnung, "erst unterschlagen die tagesthemen 100.000 Euro und dann auch noch die Kapitalertragssteuer", und das "mit was für einer Gelassenheit". christiangratsch8322 stellt die heute substanziellste Frage zur Enzyklika, "inwieweit die Inhalte auch in sich und nach außen stringent bleiben, wenn die Prämisse einer Gotteskonstruktion nicht gelte", und bedankt sich "speziell und besonders" bei Stefan. Im Forum verweist johannes9 unter AdrianMs Lucke-Thread auf die DLF-Praxis, Clips in Morgeninterviews einzubauen, um "Tatsächliches während des Interviews als genau dieses zu markieren". Und im Aprilsalon-Strang trägt ozziecox einen Wall Street Journal-Befund nach, in Phoenix sei die Zahl der Customer-Service-Stellen "in the most recent four-year span" um 26 Prozent gefallen, was Butollos "knappes Gut Arbeit" direkt anschließt.

Zum Kampagnen-Radar: Heute kein Burst, keine Textbausteine, keine koordinierte Aktion. lordandrius2126 und Wolloiz liefern jeweils nur einen längeren Kommentar, sprachlich klar eigenständig. Die Aufrüstungs-Linie, die Jeremy90K-r4m und michaelm.4618 in den Vortagen befeuert haben, klingt heute ab. Auffällig nur als Beobachtung: 666donalds Stil aus dem gestrigen Briefing taucht heute nicht wieder auf, das war ein Einzel-Ausbruch. Im Forum schließt Kompost den großen Posthumanismus-Strang mit einem einzelnen, sehr dichten Post – kein Threadhijack, sondern eine späte Verfeinerung, die seine eigene Linie vom 30. Mai mit Belegen unterfüttert. Florentine ist in den heutigen Live-Quellen nicht aktiv. Keine Kampagnen-Indikatoren.

Das war's für heute – schön, dass Kompost die Haraway-Debatte mit Max More und dem Schlusssatz aus dem Cyborg-Manifest noch einmal sauber zuspitzt, Max_Hampel den Miki-Thread mit Luhmann ruhig abschließt, und ozziecox aus dem Aprilsalon eine direkte Brücke zur Arbeitsmarkt-Strecke der Mai-Folge legt.

Wir

Stefan Schulz

Stefan Schulz

schrieb für die F.A.Z. und Bücher zum Medienwandel und der Demografie. Heute ist er im »Fernsehpodcast« und hier zu hören.

Wolfgang M. Schmitt

Wolfgang M. Schmitt

ist Filmkritiker und Publizist. Bekannt für seine »Filmanalyse«, »Wohlstand für alle« und als Autor mehrerer Bücher.

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